GENZxOPER - Sonderausgabe | 2026
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Editorial
Anfang des Sommers hätte ich nicht gedacht, dass ich in den kommenden Monaten immer wieder der Hamburgischen Staatsoper einen Besuch abstatten würde. Dabei sind die Landeszentrale für politische Bildung und die Oper nur durch die Dammtorstraße getrennt. Meine Besuche führen mich einmal quer durchs Haus: vom Requisitenfundus im dritten Untergeschoss bis ins Intendanzbüro im achten Stock. Unten stapeln sich Plastikfische, Kronen und Pinsel. Oben werden die großen Fragen der Kunst diskutiert. Dazwischen: Werkstätten, Proberäume, Büros, Bühnenarbeiter*innen, Musiker*innen, Sänger*innen und eine Bühne, die eigentlich nie stillsteht. An der Hamburgischen Staatsoper arbeiten rund 800 Menschen. Bei jedem meiner Besuche ist dort etwas los. Es wird geprobt, gespielt, abgebaut oder schon wieder für das nächste Stück umgebaut. Leerstand gibt es kaum. Bei rund 250 Vorstellungen pro Spielzeit ist dafür schlicht keine Zeit. Die Oper existiert in Hamburg an dieser Stelle bereits seit 1678. Das Gebäude, das wir heute betreten, ist fast 200 Jahre alt und die großen Fenster des heutigen Hauses öffnen die Oper seit 1955 zur Stadt: Hamburg kann hineinschauen und die Oper blickt zurück. Ein ziemlich demokratisches Erlebnis, das der Architekt Gerhard Weber damit umgesetzt hat. Und so blickt auch unsere GENZ-Redaktion in die Oper. In einer Kooperation der Landeszentrale für politische Bildung mit der Hamburgischen Staatsoper fragen wir uns bei GENZ: Wie politisch ist Kunst und wie ästhetisch ist Politik? Es zieht uns neben, hinter und unter die Bühne. Wir wollen wissen, was dahinter, darunter und dazwischen steckt. Warum erzählen wir Geschichten von Odysseus, Spiderman und Dornröschen immer wieder neu? Was sagt Kleidung über Macht aus? Warum braucht es Held*innen? Welche Geschichten werden erzählt und welche bleiben unsichtbar? Was haben Videospiele und Oper miteinander zu tun? Und wie schafft man es eigentlich, vier Stunden lang aufmerksam zu bleiben? Eines fällt uns bei der Beantwortung unserer Fragen immer wieder auf: Die Oper ist nicht so weit weg von unserer Lebenswelt, wie wir zunächst dachten. Deswegen steht diese Ausgabe unter dem Motto: GENZxOPER Und zum Schluss noch ein Hinweis zu dieser Sonderausgabe: Auf den Seiten 66 und 67 findest du eine schnelle Orientierung zum Festival OPERA AND ANIMATION und dessen drei Inszenierungen, mit denen sich die Artikel dieser Ausgabe beschäftigen. Let’Z get this! Felicia – Chefredakteurin GENZ Für die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

