Schule fertig und was jetzt?

Aktualisiert: 16. Mai

Neun, zehn, elf, zwölf, dreizehn: Fertig! Und was jetzt? Viele von euch fragen sich wahrscheinlich gerade genau das. Da geht man mehrere Jahre lang jeden Tag zur Schule und auf einmal ist man fertig. Ganz plötzlich und schneller, als man das Wort Schulabschluss aussprechen kann. Doch wie geht es jetzt weiter? Was soll ich lernen, damit aus mir etwas „wird“? Was bringt mir eigentlich Spaß? Und wofür soll ich mich entscheiden? Muss ich mich überhaupt entscheiden?


Bei diesem ganzen Fragenchaos kann einem echt schnell der Schädel anfangen zu brummen. Und schwer sind die Fragen auch noch, wenn nicht sogar zentrale Fragen des Lebens. Es wäre naiv zu behaupten, man könnte die Antworten einfach so aus dem Ärmel schütteln. Da jeder Mensch individuell ist und es keine Universallösung gibt, möchte ich dir zwei verschiedene Herangehensweisen vorstellen, die dir helfen können, Antworten auf diese Fragen zu finden. Auf diesen beiden Seiten erfährst du, was YouTuber Anton Reyst nach der Schule gemacht hat, um den Antworten auf diese großen Fragen auf den Grund zu gehen. Vielleicht inspiriert er dich ja.

Wenn du noch gar keine Idee hast, wo die Reise hingehen soll, findest du unten sechs Tipps, wie du die Zeit nach der Schule sinnvoll nutzen kannst, bevor du dich für ein Studium oder eine Ausbildung entscheidest. Und Zeit ist hier ein gutes Stichwort.


Ich meine natürlich nicht, dass du einfach in der Nase bohren und auf eine Erleuchtung warten solltest, sondern dass du dich ausprobieren kannst. Nur wenn du etwas tust, kannst du herausfinden, wo deine Interessen, Stärken und Schwächen, Leidenschaften und Prioritäten liegen. Dabei wirst du wahrscheinlich auch negative Erfahrungen sammeln und Fehler machen. Doch wie umgehen mit diesen Stolpersteinen? Und was machen nach der Schule? Wie schaffst du es, deine Träume leben zu können, und wie findest du heraus, was dich beruflich erfüllt? Unglaublich, schon wieder Fragen über Fragen.


Um den Antworten auf die ganzen Fragen näherzukommen, hat Anton einen interessanten Tipp für dich: Sei mutig, Entscheidungen zu treffen. Es ist etwas Gutes, auch mal seine Gewohnheiten aufzugeben, um Frische in sein Leben zu bringen, inspiriert zu werden und das Glück zu finden. Wenn du erfolgreich sein möchtest, solltest du irgendwann eine Vision haben. Gerade am Anfang wirst du dir viel selbst erarbeiten müssen, aber in der zweiten Hälfte des Erfolgsweges kommen die Dinge auf einen zu, sagt Anton. Chancen solle man ergreifen und an der richtigen Stelle mutig sein. Wenn man etwas wirklich will, schafft man es auch. Nichts ist unmöglich. Probier dich einfach aus und nutze die Stolpersteine als Sprungbrett.


Du hast nämlich alle Zeit der Welt, herauszufinden, was du wirklich willst. Und diese Zeit kannst du dir ruhig nehmen.


Ob du dich nun als digitale*r Nomade*in selbstverwirklichst, ein Jahr Pause einlegst für Praktika, Reisen, freiwillige soziale/ökologische Projekte, ein Studium, eine Ausbildung beginnst oder einer anderen Leidenschaft nachgehst, liegt ganz bei dir. Wichtig zu wissen ist jedoch: Hab keine Angst, dich auszuprobieren! Mach dir in Ruhe und ohne Stress einen Plan und habe Mut, den Plan auch wieder zu verwerfen, wenn er sich nicht richtig anfühlt. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg, es gibt nur deinen Weg!


 

Ich habe Anton Reyst getroffen und mit ihm über das Thema Selbstverwirklichung nach der Schule und seinen bisherigen Weg gesprochen. Anton (23) ist erfolgreicher YouTuber aus Berlin und lebt den Traum eines digitalen Nomaden. Er hat sich selbst verwirklicht und dafür mutige Entscheidungen getroffen.

Sein Geld verdient er mit YouTube und er kann jederzeit und so lange er Lust hat um die ganze Welt reisen, ohne an einen festen Arbeitsplatz gebunden zu sein. Sein Leben ist komplett selbstbestimmt und frei.


Wie er das geschafft hat, fragt ihr euch jetzt? Die Antwort lautet: Mut. Nach drei Monaten in der 11. Klasse hat Anton die Schule abgebrochen. Es war ihm zu festgefahren. Aber Anton hatte immer einen Plan. Plan B, eine Herzensentscheidung, brachte ihn dazu, innerhalb eines Jahres sowohl eine Ausbildung als Cutter als auch als Kameramann durchzuziehen. Denn wenn er bisher etwas ausprobiert hat, und er hat sehr viel ausprobiert, dann mit vollem Elan.

„Ich möchte die krassesten Filme machen.“


Egal ob Judo, Schwimmen, Gitarre oder YouTube, er war zu hundert Prozent dabei. Seine Leidenschaft zur Medienwelt und besonders zum Film brachte ihn mit 16 Jahren auf eine Schauspielschule und auch als Synchronsprecher und Spieleentwickler hat er sich versucht. Auch wenn aus den meisten Hobbys bisher kein Beruf geworden ist, er hat es ausprobiert und für sein Leben gelernt. Und das ist genau richtig.


Mit jungen 13 Jahren hat Anton, inspiriert von seinen Vorbildern, wie z.B. dem YouTuber Unge, selbst begonnen auf der Plattform Videos hochzuladen. Nach fünf Jahren hat er es tatsächlich geschafft, mit seinem eigenen Kanal Geld zu verdienen.


Etwa sechs Jahre, 300 Videos und 400.000 Abonnenten später kam der große Break: Der Rückzug aus dem öffentlichen Leben. Was hat ihn zu dieser Entscheidung bewegt? Wie konnte er einen so traumhaften Job einfach so links liegen lassen? Antons Antwort: Er wollte mal wieder etwas anderes versuchen. Ihm fehlte die Abwechslung. Durch die sehr zeitintensive Arbeit sind zudem private Freundschaften automatisch an zweite Stelle gerückt. Er hat zwar viele neue Leute in seiner erfolgreichen Zeit kennengelernt, aber so richtig feste Freundschaften konnten sich kaum entwickeln. Dafür war einfach keine Zeit. Aber auch der eigene Druck und die hohen Erwartungen an sich selbst begünstigten seine Entscheidung. Sich schlecht zu fühlen, weil ein Video nicht wie gewohnt seine 150.000 Klicks erreicht hat, sondern nur 80.000, kann nicht gesund sein.


Die Pause von knapp drei Jahren beschreibt Anton als eine Art Selbstfindungsphase. Eine bewusste Entscheidung, die Anton bis heute nicht bereut.


Er konnte seiner Leidenschaft für das Filmemachen nachgehen, sich auf sein Privatleben und seine Freundin fokussieren und sogar beginnen, ein Spiel zu entwickeln. Heute ist Anton wieder richtig motiviert und plant, seine YouTube-Karriere erneut zu starten. Ein erfüllter, motivierter und erfrischter Anton, der es kaum erwarten kann, seine Abenteuer mit der Welt zu teilen. Er hat es geschafft, intuitiv ein gesundes Mittelmaß, also die Balance zwischen Selbstverwirklichung und engen Beziehungen, für sich zu finden.

Und genau das kann jeder schaffen.

Auch du!

 

Hier wie versprochen sechs Tipps:


Freiwilliges Soziales Jahr

Eine tolle Möglichkeit, nach der Schule Erfahrungen zu sammeln, ist ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Hier kannst du dich ein Jahr lang ehrenamtlich in den verschiedensten Projekten und Einrichtungen für die Gesellschaft engagieren und lernst gleichzeitig eine Menge dazu. Im FSJ kannst du in die unterschiedlichsten Berufe hineinschnuppern und dich und deine Interessen ausprobieren. Für ein FSJ Politik findest du auf Seite 35 ein Beispiel.


Freiwilliges Ökologisches Jahr

Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) ist ähnlich wie das FSJ, jedoch fokussieren sich die Projekte und Einrichtungen auf die Themenbereiche Umweltschutz, Naturschutz, Umweltbildung und Umweltforschung. Die Einsatzstellen erstrecken sich über ganz Deutschland, sodass man auch, wie beim FSJ, ausprobieren kann, für einen längeren Zeitraum von zu Hause auszuziehen. Zusätzlich zu jeder Menge Erfahrungen bekommst bei beiden Modellen ein Taschengeld.


Work & Travel

Natürlich kannst du auch direkt nach der Schule jobben, um erstmal etwas Geld zu verdienen. Um etwas mehr Spannung reinzubringen, besteht die Möglichkeit, das Jobben mit dem Reisen zu verbinden. Nicht umsonst gibt es aktuell den Work & Travel-Hype. Auf Reisen erlebt man spannende Abenteuer, lernt interessante Menschen kennen und kann sich persönlich weiterentwickeln. Wenn du bei der Planung der Reise Unterstützung benötigst, gibt es zudem viele Organisationen, die dir unter die Arme greifen können. Noch ein kleiner Tipp: Du kannst im Ausland auch Praktika absolvieren. So hättest du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.


Praktika

Freiwillige Praktika können dir unglaubliche Chancen bieten. Viele Unternehmen und Betriebe freuen sich über Initiativbewerbungen und sind offen für motivierte Leute. Du kannst dich ganz einfach in den verschiedensten Bereichen ausprobieren und Erfahrungen sammeln. In einem Praktikum wirst du zudem schnell feststellen, wo deine Interessen liegen und kannst deinen Horizont im Austausch mit Fachleuten erweitern. Wenn du dir beispielsweise ein halbes Jahr Zeit nimmst und in diesem Zeitraum verschiedene zwei- bis vierwöchige Praktika absolvierst, kommst du den Antworten auf deine vielen Fragen mit Sicherheit immer näher.


Bundesfreiwilligendienst

Auch bei einem Bundesfreiwilligendienst (BFD) kannst du dich in sozialen, ökologischen oder kulturellen Bereichen engagieren. Im Vergleich zum FSJ und FÖJ können sich Menschen jeden Alters engagieren und ein Taschengeld dazu verdienen. Unter www.bundes-freiwilligendienst.de kannst du nach freien Stellen suchen. Dort findest du auch Informationen zu FSJ-Stellen.


Schnupperstudium/Orientierungsstudium

Falls du überlegen solltest zu studieren oder dir noch nicht sicher bist, ob du eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchtest, kann dir ein Orientierungsstudium weiterhelfen. Einige Hochschulen und Universitäten wie z.B. die Technische Universität Hamburg bieten Abiturient*innen die Möglichkeit, für ein Jahr das Studieren auszuprobieren. Hierbei kannst du für dich herausfinden, ob ein Studium grundsätzlich zu dir passt und welche Fächer dich ansprechen.

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