Der Beutelsbacher Konsens - meinungsstiftend, nicht meinungsmachend

Aktualisiert: 16. Mai

Rassismus, Feminismus, Klimawandel, Umweltschutz, Gender-Debatte.... Jeder Mensch in Deutschland ist dazu aufgefordert, sich über politische und gesellschaftliche Themen eine eigene Meinung zu bilden. Im Grundgesetz wurde in Artikel 5 sogar explizit festgelegt, dass die Meinungsfreiheit zu den Grundrechten eines jeden Menschen gehört. Vom sogenannten Beutelsbacher Konsens hast du vielleicht noch nie etwas gehört, begegnet ist er dir dennoch schon unzählige Male. In der Schule zum Beispiel oder auch jetzt gerade, während zu dieses Magazin durchstöberst.


Ein kurzer Vergleich: Angenommen, du möchtest dir ein neues Smartphone anschaffen, um unterwegs immer die schönsten Bilder vom Hamburger Hafen machen zu können. Allerdings kennst du dich mit Technik nicht wirklich aus und bist deswegen auf Beratung angewiesen. Im Elektronikfachhandel kann es sein, das ein*e Verkäufer*in versucht dir ein Gerät zu verkaufen, das zu teuer oder sein Geld nicht wert ist. Du als Laie bekommst das aber nicht mit. Es kann also sein, dass dir etwas angedreht wird, weil du beeinflusst wirst und dir das nötige Fachwissen fehlt.


Zurück zum Beutelsbacher Konsens: Der wurde formuliert, damit dir bei politischen und gesellschaftlichen Themen nicht so leicht eine Meinung “aufgeschwatzt” werden kann - so wie ein teures Smartphone im Laden. Zu Papier gebracht wurde er bereits 1976 und er legt seitdem die Grundsätze für politische Bildung fest. Auch dieses Heft, das du gerade in der Hand hältst oder auf deinem Bildschirm durchklickst, wurde im Sinne dieses Konsenses verfasst. Rechts sind die drei Grundsätze einmal kurz und bündig für dich erklärt.


Überwältigungsverbot

Um Schüler*innen zu mündigen Bürgern heranzubilden, dürfen Lehrende ihnen ihre eigene Meinung nicht aufzwingen. Es soll also allen möglich sein, eine eigene, selbständige Meinung zu entwickeln.


Was kontrovers ist, muss auch kontrovers erscheinen

Themen, die in Wissenschaft und Politik umstritten sind und zu denen es verschiedene Standpunkte gibt, sollen auch im Unterricht (oder auf anderen politischen Bildungsveranstaltungen) kontrovers dargestellt werden. Es sollen sozusagen alle Meinungen, Ansätze und Theorien auf den Tisch, denn wird ein Standpunkt unterschlagen, würde deine Meinungsbildung beeinträchtigt werden.


Schülerorientierung

Schüler*innen sollen dazu befähigt werden, politische Situationen und die eigene Interessenlage zu analysieren. Außerdem sollen sie dazu in der Lage sein, nach Mitteln und Wegen zu suchen, um die bestehende politische Lage ihren eigenen Interessen entsprechend zu beeinflussen.


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